Pflege
Pensionen

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Nichts ist so beständig wie die Veränderung

Ausblick für das Jahr 2024

Erreicht: Mit 1. Jänner trat die Pensionsanpassung für 2024 in Kraft. Dieses große Pensionsplus von 9,7 Prozent trägt deutlich die Handschrift des Pensionistenverbandes. Die Mindestpension wurde beispielsweise um 108 Euro pro Monat erhöht. Das von einigen politischen Gruppierungen geforderte Abziehen der 2023 erhaltenen Einmalzahlungen konnten wir verhindern. Bei der Pensionsanpassung handelt es sich keineswegs um ein großzügiges Geschenk an die Pensionistinnen und Pensionisten. Es ist vielmehr nur ein teilweiser Ausgleich für die erlittenen Einbußen der vorangegangenen Pensionsanpassungen, die in den letzten eineinhalb Jahren durch die existenzbedrohende Inflation Made in Austria einen massiven Verlust an Kaufkraft brachten.

Gemischte Gefühle für 2024

Die Festtage liegen nun hinter uns und die guten Neujahrsvorsätze halten vielleicht noch. Viele lesen das Horoskop, um zu erfahren, was das neue Jahr bringen wird. Andere vertrauen auf Prognosen. Nur: „Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen“, so das auch Karl Valentin zugeordnete Zitat.

Wir werden weiterhin von den Medien mit Katastrophen, Konflikten, Kriegen und Blutvergießen an allen Fronten konfrontiert. Philosoph:innen und Kommentator:innen überbieten sich in Gastbeiträgen mit Analysen und Einschätzungen über den Niedergang von Hoffnung, Glaube und Vertrauen. Als Problemlöser für gesellschaftliche Verwerfungen werden uns vermutlich schon mit künstlicher Intelligenz generierte Handlungsempfehlungen von faktenbefreiten neoliberalen Märchenerzählern, von durchgeknallten Autokraten und von grenzenlosen Machtpsychopathen mit Festungsfantasien präsentiert.

Es wird herausfordernd werden

Demokratien und Sozialstaaten kämpfen überall um das Überleben. Die Europawahlen am 9. Juni 2024 werden eine Richtungsentscheidung für unseren Kontinent bringen. In Österreich wählen wir voraussichtlich im September 2024 ein neues Parlament. Es wird dann eine neue Bundesregierung geben. Das kann dunkle Zeiten bringen, aber es könnten auch gute werden. Für Kräfte, die wollen, dass es dabei allen besser geht, wird es da viel Arbeit geben: Angesichts der rasenden von der Bundesregierung befeuerten Teuerung ist jenen Menschen zu helfen, die ernsthaft in Schwierigkeiten geraten sind, wieder auf eigenen Beinen zu stehen und so auch wieder optimistischer zu werden. Sie sollen keinen Burger essen müssen, wenn sie kein gesundes warmes Hauptgericht haben, um den Hunger zu stillen. Ein leistungsfähiger Sozialstaat kann nicht über die Senkung von Lohnnebenkosten finanziert werden, solange die Abgaben auf Arbeit nicht durch Abgaben auf Vermögen ersetzt werden. 4 Euro und 11 Cent pro Tag sind keine angemessene Anerkennung für pflegende Angehörige. Tag für Tag erbringen sie jene informellen Pflegeleistungen, die nicht von professionellen Pflegekräften erbracht werden. Sie stopfen damit die riesige Lücke zwischen zunehmendem Pflegebedarf, abnehmendem Pflegeangebot und erdrückendem Personalmangel in der Pflege. E-Card statt Kreditkarte. Für Menschen mit niedrigem Einkommen darf es nicht noch schwieriger werden, besonders bei chronischen Leiden sich zeitnah, wohnortnah und bezahlbar behandeln zu lassen. Die versprochene Patientenmilliarde der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) ist endlich einzulösen.

 

Es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung, ob Österreich nicht nur in den beschriebenen Bereichen grundsätzlich besser wird

                                          meint euer Landespräsident Herbert Striegl