Österreich gilt laut dem Global Peace Index als eines der sichersten Länder der Welt. Doch Statistiken sind ein schwacher Trost, wenn man selbst einmal Opfer eines dreisten Diebstahls geworden ist.
In diesem Augenblick schrumpft die objektive Sicherheit des Staates auf die subjektive Nulllinie des Individuums. Man spürt nicht nur den materiellen Verlust, sondern einen Riss im Vertrauensverhältnis zum öffentlichen Raum. Der Schauplatz verwandelt sich in einen „Angstraum“. Die Lichter der Stadt wirken plötzlich kälter. Es ist die Ohnmacht gegenüber der Respektlosigkeit, die länger nachwirkt als der materielle Schaden.
Hier liegt die Krux für Politik und Exekutive: Während die Kriminalstatistik vielleicht sinkt (objektiv), steigt das Unbehagen (subjektiv) durch solche „Präsenzdelikte“. Um dieses Gefühl wieder zu stärken, braucht es eine enge Kooperation und Maßnahmen, die Vertrauen und Sicherheit fördern. Zudem eine Justiz, die auf „dreiste“ Delikte schnell und spürbar reagiert – denn nichts untergräbt das Sicherheitsgefühl mehr als der Eindruck der Konsequenzlosigkeit.
Sicherheit ist am Ende ein Gemeinschaftsprodukt. Sie beginnt beim achtsamen Miteinander der Bürger und endet bei einem Staat, der zeigt, dass der öffentliche Raum ihm gehört – und nicht jenen, die seine Regeln missachten. Nur wenn wir die Menschen mit ihrer Angst nicht allein lassen, bleibt Österreich das sichere Land, für das wir es halten.
