Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) startet im Vorfeld des Doppelbudget-Beschlusses eine bundesweite Initiative für inflationssichere Pensionen und bringt in allen neun Bundesländern gleichlautende Petitionen in die Landtage ein. Als größte, parteipolitisch unabhängige Interessenvertretung der älteren Generation tritt der PVÖ als einheitliche Organisation mit voller Stoßkraft auf: eine Forderung, ein Text, neun Landtage.
Volle Inflationsabgeltung statt Kaufkraftverlust
Im Mittelpunkt steht die anhaltend hohe Teuerung: Die Kosten für Energie, Wohnen und Lebensmittel steigen, viele Pensionistinnen und Pensionisten verlieren mit fixem Einkommen real an Kaufkraft. „Ein Leben nach jahrzehntelanger Arbeit darf nicht von finanziellen Sorgen geprägt sein“, betont PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer. „Wir fordern die volle Inflationsabgeltung für alle Pensionistinnen und Pensionisten – das ist Gesetz und eine Frage des Respekts.“
Die Petitionen verlangen politische Initiativen der Landtage für eine vollständige Anpassung der Pensionen an die tatsächliche Inflationsentwicklung und für mehr soziale Ausgewogenheit, damit kleine und mittlere Pensionen wirksam entlastet werden. Ergänzend werden landesspezifische Maßnahmen wie energiekostensenkende Schritte oder Verbesserungen bei Wohnbeihilfen gefordert.
PVÖ: Eine Organisation, ein Text, neun Landtage
PVÖ-Oberösterreich-Präsident Norbert Höpoltseder unterstreicht: „Für viele unserer Mitglieder geht es längst nicht mehr um Extras, sondern darum, ob die Wohnung warm bleibt und der Einkauf am Monatsende leistbar ist.“ Der niederösterreichische PVÖ-Landespräsident Rupert Dworak sieht in der Aktion ein klares Signal an die Budgetverhandler: „Statt über Pensionskürzungen zu reden, ist jetzt eine ehrliche Diskussion über zusätzliche Einnahmen notwendig.“
Gerechte Finanzierung: Große Vermögen, Konzerne, KI-Gewinne
Begleitet wird die Petitionsoffensive von einem Finanzierungs-Paket: stärkere Besteuerung sehr großer Vermögen und hoher Erbschaften, Überprüfung von steuerlichen Entlastungen für Konzerne sowie spezielle Abgaben auf Banken- und krisenbedingte Übergewinne. Zusätzlich skizziert der PVÖ eine „KI-Steuer“ auf außerordentliche Gewinne, die durch den Einsatz künstlicher Intelligenz entstehen und Beitragsgrundlagen für das Pensionssystem untergraben.
„Faire Pensionen sind keine Frage der Finanzierbarkeit, sondern des politischen Willens“, fasst Gerstorfer zusammen. „Wer Jahrzehnte gearbeitet und ins System eingezahlt hat, darf im Alter nicht die Zeche dafür zahlen, dass Superreiche, Konzerne, Banken und KI-Profite geschont werden.“
