Der Rotstift herrscht derzeit bei der ÖGK, zumindest was die Versicherungsleistungen anbelangt. Dies stößt den Verantwortlichen des Pensionistenverbandes (PVÖ) Vorarlberg sauer auf. „Obwohl Pensionisten seit vergangenem Jahr rund 18 Prozent höhere Krankenversicherungsbeiträge entrichten und damit jährlich zusätzlich rd. 1 Mrd. Euro mehr ins Gesundheitssystem pumpen, werden Leistungen für die Pensionisten gekürzt oder gestrichen“, kritisiert der Landespräsident des PVÖ Vorarlberg, Manfred Lackner.
So hat beispielsweise die ÖGK angekündigt ab 1. Mai die Mindestgebrauchsdauer für Hörgeräte von fünf auf sechs Jahre zu verlängern. Nach 5 Jahren sind die Geräte meist durch. Zudem entsteht durch die einberechnete Verstärkungsreserve im sechsten Jahre eine massive Versorgungslücke. Da das Gehör laufend nachlässt sind Hörgeräte, die vor fünf Jahren gekauft wurden, im sechsten Jahr nicht mehr zu gebrauchen.
Treffen wird diese Maßnahme überwiegend die Mittelschicht, also die „treuen Beitragszahler“, die sich nun auf weitere Einschränkungen bei Bildung und der sozialen und beruflichen Teilhabe einstellen müssen, ergänzt Lackner. Auf Dauer unterminieren die permanenten Kürzungen das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystem, befürchtet er.
In Österreich tragen derzeit 400.000 Menschen, darunter auch Kinder, ein Hörgerät. Der Kassenzuschuss beträgt 660 Euro für ein einseitiges Hörgerät und 1.320 Euro für beidseitige Geräte.
