Bereits im März stieg die Arbeitslosigkeit bei Frauen, während sie bei Männern teilweise zurückging. Im April und Mai setzte sich dieser Trend fort – und auch die aktuellen Zahlen für Juni bestätigen das Bild. Der Arbeitsmarkt wächst, aber bei den Frauen kommt dieser Aufschwung kaum an.

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Arbeitsmarkt: Ältere Frauen geraten zunehmend unter Druck
Die aktuellen Arbeitsmarktdaten des AMS Wien zeigen auf den ersten Blick ein stabiles und insgesamt positives Bild: Die Beschäftigung ist konstant, der Arbeitsmarkt entwickelt sich grundsätzlich gut. Wer jedoch genauer hinsieht, erkennt seit Monaten ein klares Muster: Frauen profitieren von dieser Entwicklung deutlich weniger als Männer.
Steigendes Pensionsalter verändert die Realität am Arbeitsmarkt
Ein wichtiger Faktor wird in der öffentlichen Debatte oft ausgeblendet: das steigende gesetzliche Pensionsantrittsalter für Frauen. Immer mehr Frauen zwischen 60 und 64 Jahren bleiben dadurch länger im Erwerbsleben. Finden sie keine Beschäftigung, scheinen sie – wenn sie arbeitslos gemeldet sind – auch in der Arbeitslosenstatistik auf. Ein Teil des Anstiegs bei der Arbeitslosigkeit älterer Frauen ist daher eine direkte Folge dieser Entwicklung.

Erwerbsquote allein reicht nicht als Erklärung
Mit Sorge beobachtet der PVÖ Wien, dass in der öffentlichen Diskussion häufig auf die zuletzt auf 35 Prozent gestiegene Erwerbsquote älterer Frauen verwiesen wird. Diese Zahl klingt positiv, sagt aber wenig über die tatsächliche Situation aus. Denn eine steigende Erwerbsquote bedeutet nicht automatisch mehr Beschäftigung. Sie zeigt vor allem, dass Frauen länger am Arbeitsmarkt bleiben – unabhängig davon, ob sie tatsächlich Arbeit finden.
Ilse Fitzbauer vom PVÖ-Wien fordert:
Arbeitsmarktpolitik muss nachziehen!
Der Arbeitsmarkt zeigt derzeit eine Entwicklung, die Frauen – insbesondere ältere Frauen – klar benachteiligt.
Der PVÖ-Wien fordert daher verstärkte arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für Frauen ab 55 Jahren, damit ältere Arbeitnehmerinnen am Arbeitsmarkt faire Chancen erhalten. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch. Hinter der steigenden Frauenarbeitslosigkeit stehen tausende Frauen, die jahrzehntelang gearbeitet haben und nun Gefahr laufen, die letzten Jahre bis zur Pension ohne Beschäftigung zu verbringen.
“Wir werden diese Entwicklung weiterhin aufmerksam beobachten und uns dafür einsetzen, dass die Auswirkungen des steigenden Frauenpensionsalters auf den Arbeitsmarkt stärker in die politische Diskussion einfließen”, so Ilse Fitzbauer abschließend.

PVÖ-Wien