Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März fordert der Wiener Pensionistenverband (PVÖ-Wien) entschlossene politische Maßnahmen gegen die strukturelle Benachteiligung von Frauen – und zugleich mehr Bewusstsein für die eigene finanzielle Zukunft.

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PVÖ-Wien zum internationalen Frauentag am 8. März: "Man ist schneller alt, als man glaubt."
Plan Your Future: Die eigene Pension darf keine Nebensache sein
„Es darf nicht sein, dass Frauen im Alter die Folgen ungleicher Bezahlung, unterbrochener Erwerbsbiografien und fehlender gesellschaftlicher Anerkennung von Care-Arbeit tragen. Wer sein Leben lang arbeitet, Kinder erzieht, Angehörige pflegt oder in systemrelevanten Berufen tätig ist, hat Anspruch auf eine eigenständige, existenzsichernde Pension“, betont Ilse Fitzbauer, Mitglied des Landesvorstands und Frauenbeauftragte des PVÖ-Wien.

Der PVÖ-Wien fordert daher klare Reformschritte: mehr Lohntransparenz, die Aufwertung frauendominierter Berufe – insbesondere in Pflege, Bildung, Betreuung, Reinigung, Handel und im Sozialbereich – sowie eine gerechtere Pensionsberechnung. „Wir setzen uns dafür ein, dass die zehn Jahre mit dem geringsten Einkommen künftig nicht mehr in die Pensionsberechnung einfließen. Typische Erwerbsverläufe von Frauen dürfen im Alter nicht zu einem Armutsrisiko werden“, so Ilse Fitzbauer.
Altersarmut ist in erster Linie strukturell bedingt – Vorsorge ist aber dennoch wichtig
Frauen sind überdurchschnittlich häufig von niedrigen Pensionen betroffen. Das ist vor allem das Ergebnis struktureller Ungleichheiten am Arbeitsmarkt und in der Verteilung von unbezahlter Arbeit. Gleichzeitig appelliert der PVÖ-Wien an Frauen, sich frühzeitig mit ihrer eigenen Altersvorsorge auseinanderzusetzen.
„Politische Rahmenbedingungen müssen gerecht sein – aber innerhalb dieser Rahmenbedingungen ist es wichtig, die eigenen Möglichkeiten zu kennen und zu nutzen. Wer sein Pensionskonto regelmäßig prüft, Versicherungszeiten kontrolliert, Teilzeitfallen bestmöglich umgeht und sich informiert – Stichwort: freiwillige Höherversicherung - schafft Transparenz und den ein oder anderen Handlungsspielraum“, ist auch Michaela Sramek, Geschäftsführerin des PVÖ-Wien, überzeugt.

Mehr Mut zu den eigenen Fähigkeiten und mehr Selbstbewusstsein
„Die Strategie lautet: mehr Mut vor allem bei Gehaltsverhandlungen und sich schon in jungen Jahren einen Plan fürs Alter machen - das mag für die eine oder andere Frau befremdlich klingen, ist jedoch aus vielen Berichten, die wir von Pensionistinnen haben, eine existenziell wichtige Erfahrung, die wir gerne an die nächsten Generationen weitergeben wollen. Denn die Zukunft muss einfach mitgedacht – und zeitgerecht mitgestaltet werden. Die Frauenbewegung führte dazu, dass Frauen nicht nur ihren persönlichen Bildungsweg, sondern auch ihre wirtschaftliche Versorgung in den letzten Jahrzehnten begonnen haben aktiv zu gestalten. Dass dieser Weg noch lange nicht abgeschlossen, steinig und strukturell kompliziert ist, zeigen die nach wie vor offenen Fragen und Gehalts- bzw. Pensionslücken bei Frauen“, so Ilse Fitzbauer abschließend.
Rückfragehinweis für Journalist*innen:

Dr. Susanne Eiselt
PVÖ-Wien | Öffentlichkeitsarbeit
1090 Wien, Alserbachstraße 23
PVÖ-Wien | Dr. Susanne Eiselt