Sonne, Zeit & Ewigkeit in Weiten
Unser erstes Ziel erreichten wir um 09:15 Uhr: den traditionsreichen Familienbetrieb Sonnenuhren Jindra im idyllischen Weitental. In der mittlerweile fünften Generation führt Johann Jindra hier das Erbe der Schlosserei fort, die bereits seit 1858 besteht. Während der kurzweiligen Führung durch das Sonnenuhrenhaus und den Schaugarten wurden wir nicht nur mit Fachwissen über die Geschichte der Zeitmessung versorgt, sondern auch bestens mit Wortspiel und Witz unterhalten.
Die beeindruckende Quintessenz des Besuchs: Während moderne Armbanduhren oft gehetzt wirken, zeigt die Sonnenuhr die „wahre“ Zeit an, wobei die Abweichung zur künstlichen Zivilisationszeit bis zu 15 Minuten betragen kann. Angesichts dieser natürlichen Gelassenheit erschien uns die Debatte um die Abschaffung der Sommerzeit plötzlich nebensächlich.
Kulinarik und Dirndl-Tradition im Pielachtal
Gegen 11:30 Uhr setzten wir unsere Reise fort und erreichten das Herz des Dirndltals. Im Steinschalerhof in Warth wurde uns ein regionales Mittagsmenü serviert. Nach einer klassischen Frittatensuppe hatten wir die Wahl zwischen knusprigem Schweinsbraten mit Kraut und Serviettenschnitten, Geflügelschnitten mit Reis oder einer vegetarischen Lasagne mit Letscho.
Gut gestärkt tauchten wir anschließend in die Welt der „Dirndl“ (Kornelkirsche) ein. Nach einem Einführungsvortrag mit wertvollen Tipps zur Verarbeitung der vitaminreichen Frucht durften wir verschiedene Kostproben genießen. Ein Spaziergang durch die Naturgärten führte uns direkt zu den blühenden Dirndlsträuchern. Trotz vereinzelter Regentropfen boten die bis zu eine halbe Million kleinen gelben Blüten pro Strauch ein beeindruckendes Naturschauspiel – sie gelten als die ersten Frühlingsboten der Region. Vor der Abfahrt nutzten viele noch die Gelegenheit, sich im Hofladen mit regionalen Spezialitäten wie Säften, Marmeladen oder Edelbränden einzudecken.
Entdeckungstour durch Wieselburg
Mit einer kleinen Verzögerung erreichten wir schließlich Wieselburg. Während sich ein Teil der Gruppe aufgrund des leichten Regens in ein gemütliches Café zurückzog, ließ sich der andere Teil die historischen Sehenswürdigkeiten nicht entgehen:
- Das Wieselburger Marktschloss: Das im 13. Jahrhundert entstandene Bauwerk beherbergt heute die Musikschule. Besonders sehenswert ist die 2020 neu gestaltete Sonnenuhr an der Schlossmauer, die den heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen zeigt – ein Motiv des Stadtwappens.
- Schlosspark: Hier bewunderten wir die Statuen der „Flussmädchen“.
- Erlaufzwiesel: Wir besuchten den markanten Punkt, an dem die Kleine und die Große Erlauf zusammenfließen.
- Stadtpfarrkirche zum hl. Ulrich: Den Abschluss bildete ein Besuch der Kirche mit ihrem einzigartigen ottonischen Oktogon, einem der bedeutendsten frühmittelalterlichen Baudenkmäler Österreichs.
Um ca. 30 Minuten verspätet, aber sichtlich zufrieden, traten wir die Heimreise nach Doppl-Hart an. Ein herzlicher Dank gilt Hilde und Franz für die hervorragende Organisation und die Auswahl dieser wunderbaren Ziele, die uns einen unvergesslichen ersten Tagesausflug beschert haben.





































































































