Am 8. Oktober 2026 war es wieder so weit: Die Ortsgruppe Doppl-Hart machte sich auf den Weg zum Mostheurigen der Familie Stieglmayr am Jägersberg. Was im vergangenen Jahr ein geselliger Ausflug voller kulinarischer Genüsse, herzhaftem Lachen und fröhlichem Beisammensein gewesen war, stand heuer unter ganz anderen Vorzeichen. Denn neben der Freude auf das Wiedersehen lag diesmal auch eine spürbare Traurigkeit in der Luft.
Wie schön ist es doch, vertraute Gesichter wiederzusehen, miteinander zu plaudern und für ein paar Stunden den Alltag hinter sich zu lassen. So fanden sich auch heuer wieder zahlreiche Mitglieder am Jägersberg ein. Man begrüßte einander herzlich, rückte zusammen und nahm Platz – so, wie man es bei solchen Treffen gewohnt ist. Es waren die vertrauten Gesten, die freundlichen Worte und das Gefühl, dazuzugehören, die diesen Nachmittag von Anfang an besonders machten.
Doch diesmal war vieles anders.
Die Nachricht vom plötzlichen Ableben unserer lieben Siegrid „Siegi“ hatte uns alle tief getroffen. Die Trauer und Betroffenheit waren allgegenwärtig, denn gerade in einer Gemeinschaft, in der man über viele Jahre hinweg gemeinsame Stunden, Erlebnisse und Erinnerungen miteinander teilt, hinterlässt ein solcher Verlust eine schmerzliche Lücke. Besonders schwer wog der Gedanke, dass bereits am folgenden Tag die Verabschiedung von Siegi stattfinden sollte.
Liebe Siegi, du fehlst uns.
Es ist schwer zu begreifen, wie schnell sich das Leben verändern kann. Noch vor kurzer Zeit war vieles selbstverständlich: ein gemeinsames Gespräch, ein vertrautes Lächeln, ein Wiedersehen beim nächsten Ausflug. Und plötzlich wird aus dem nächsten Mal eine Erinnerung. Aus einer Stimme, die man gewohnt war zu hören, wird eine, die man vermisst. Aus gemeinsamen Stunden werden kostbare Augenblicke, die für immer in unseren Herzen bleiben.
Liebe Siegi, wir danken dir von Herzen für all die Stunden, die wir mit dir verbringen durften. Für die Gespräche, das gemeinsame Lachen, für deine Zeit und für all jene kleinen und großen Momente, die unser Miteinander bereichert haben. Vielleicht wird uns erst jetzt, in der Stille des Abschieds, so richtig bewusst, wie wertvoll diese scheinbar alltäglichen Begegnungen waren.
Du hinterlässt ein tiefes Loch in unserer Mitte. Doch du hinterlässt auch Spuren – in unseren Erinnerungen, in unseren Geschichten und in den Herzen jener Menschen, die dich ein Stück deines Weges begleiten durften. Und wenn wir künftig wieder am Jägersberg zusammensitzen, werden wir uns an dich erinnern. Vielleicht erzählt jemand eine gemeinsame Geschichte, vielleicht zaubert eine kleine Begebenheit ein Lächeln auf unsere Gesichter. Dann wird neben der Trauer auch Dankbarkeit spürbar sein: die Dankbarkeit, dich gekannt zu haben.
Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt deiner Familie. Besonders deinem Mann Poldi möchten wir in diesen schweren Stunden unser herzliches Beileid aussprechen. Er muss nun mit einem unermesslichen Schmerz und einer großen Leere zurechtkommen. Lieber Poldi, wir wissen, dass Worte deinen Verlust nicht lindern können. Dennoch möchten wir dir sagen, dass du nicht allein bist. Auch du bist ein tragender Teil unserer Gemeinschaft, und wir hoffen von Herzen, dass du dich trotz deiner Trauer nicht aus unserer Mitte zurückziehst. Wir möchten für dich da sein – mit einem offenen Ohr, mit Zeit, mit stiller Begleitung und mit der Bereitschaft, dich aufzufangen, wann immer du uns brauchst.
Wir wünschen dir in diesen schweren Tagen viel Kraft, Zuversicht und Menschen an deiner Seite, die dir Halt geben. Denke immer daran: Du bist nicht allein. Deine Freunde und die gesamte Ortsgruppe Doppl-Hart stehen hinter dir und werden dich auf deinem weiteren Weg begleiten.
Trotz der schweren Gedanken war dieser Nachmittag auch von etwas sehr Wertvollem geprägt: dem ehrlichen Miteinander. Es wurde viel geredet, zugehört, erinnert und nachgedacht. Manche Gespräche waren heiter, andere gingen tiefer und berührten Fragen, für die im Alltag oft zu wenig Zeit bleibt. Gerade in solchen Stunden merkt man, wie wichtig es ist, einander nicht nur zu begegnen, sondern wirklich füreinander da zu sein.
Denn Gemeinschaft bedeutet mehr als gemeinsame Ausflüge und gemütliche Stunden bei gutem Essen. Sie bedeutet auch, Freude miteinander zu teilen, einander in schwierigen Zeiten Halt zu geben und Traurigkeit nicht allein tragen zu müssen. Manchmal braucht es keine großen Worte. Es genügt, nebeneinanderzusitzen, zuzuhören und zu spüren: Wir sind nicht allein.
Wie schnell die Zeit vergeht, merken wir oft erst dann, wenn wir zurückblicken. Ein Jahr scheint kaum vergangen, seit wir im Oktober 2025 beim Mostheurigen zusammensaßen, die köstlichen Ripperl genossen, über das Hausgetränk des Tages schmunzelten und uns an den süßen Bauernkrapfen, Pofesen und dem Topfenstrudel erfreuten. Damals waren es vor allem die kulinarischen Genüsse und die fröhlichen Gespräche, die uns in Erinnerung blieben. Heute denken wir auch daran, wie kostbar es ist, solche Stunden gemeinsam erleben zu dürfen.
Wir können die Zeit nicht anhalten. Wir wissen nicht, was das nächste Jahr für uns bereithält und wen wir beim nächsten Wiedersehen vielleicht schmerzlich vermissen werden. Aber wir können entscheiden, wie wir die Zeit nutzen, die uns miteinander geschenkt ist. Wir können öfter anrufen, Einladungen annehmen, gemeinsame Unternehmungen planen und uns bewusst Zeit füreinander nehmen. Wir können das Leben nicht auf später verschieben, denn manchmal kommt das Leben anders, als wir es erwarten.
Gerade deshalb sind unsere gemeinsamen Aktivitäten so wichtig. Sie bringen Menschen zusammen, stärken Freundschaften und schaffen Erinnerungen, die bleiben. Sie schenken uns Gelegenheiten, miteinander zu lachen, voneinander zu erfahren und füreinander da zu sein – nicht nur an den schönen Tagen, sondern auch dann, wenn das Herz schwer ist.
Ein ganz besonderer Dank gilt Hilde und Franz, die auch heuer wieder mit viel Einsatz und Umsicht diesen Ausflug organisiert haben. Solche Zusammenkünfte vorzubereiten, an alle zu denken und dafür zu sorgen, dass möglichst jeder teilnehmen kann, ist keineswegs selbstverständlich. Gerade in Zeiten, in denen unerwartete Ereignisse unsere Pläne und Gedanken durcheinanderbringen, zeigt sich, wie wertvoll Menschen sind, die Gemeinschaft aktiv gestalten und zusammenhalten.
Liebe Hilde, lieber Franz, herzlichen Dank, dass ihr diese wertvollen Begegnungen möglich macht!
So ging dieser Nachmittag am Jägersberg nach vielen schönen, nachdenklichen und tiefgreifenden Gesprächen langsam zu Ende. Wir verabschiedeten uns voneinander – vielleicht ein wenig stiller als sonst, aber verbunden durch das Gefühl, gemeinsam etwas erlebt und miteinander geteilt zu haben.
Und während wir uns auf den Heimweg machten, blieb ein Gedanke, der uns alle begleiten darf: Wir sollten die gemeinsamen Stunden nicht als selbstverständlich ansehen. Ein freundliches Wort, ein gemeinsames Essen, ein herzliches Lachen oder ein aufrichtiges Gespräch können viel mehr bedeuten, als uns im Augenblick bewusst ist.
Liebe Siegi, wir werden dich in unserer Mitte vermissen. In unseren Erinnerungen aber wirst du weiterhin einen Platz haben. Ruhe in Frieden.
Und an alle Mitglieder unserer Ortsgruppe Doppl-Hart möchten wir sagen: Bleiben wir beisammen, nehmen wir uns Zeit füreinander und machen wir bei unseren gemeinsamen Aktivitäten mit. Warten wir nicht auf den perfekten Zeitpunkt, denn die wertvollsten Augenblicke sind oft jene, die wir ganz selbstverständlich miteinander verbringen.
Denn am Ende sind es nicht die Termine im Kalender, die unser Leben reich machen. Es sind die Menschen, mit denen wir diese Zeit teilen.
Lasst uns deshalb die gemeinsame Zeit schätzen, solange wir sie haben – mit offenem Herzen, mit einem Lächeln und mit der Gewissheit, dass jede Begegnung ein Geschenk sein kann.































