Unser Tag in der „Kaiserstadt“ Bad Ischl war ein eindrucksvolles Erlebnis, das uns tief in die Geschichte und Kultur des Salzkammerguts eintauchen ließ. Bad Ischl, das seit 1823 als Kurort Weltruf genießt, ist untrennbar mit Kaiser Franz Joseph I. verbunden, der hier über 60 Jahre lang seine Sommerresidenz aufschlug. Die Stadt atmet noch heute den Geist der Donaumonarchie, was sich besonders in den prächtigen Bauten des Historismus wie der Kaiservilla oder der Trinkhalle widerspiegelt.
Nach einem stärkenden Mittagessen beim Gasthof Pfandl durfte natürlich der Besuch beim legendären Zauner nicht fehlen. Die ehemalige k.u.k. Hofzuckerbäckerei, die bereits 1832 gegründet wurde, ist weltberühmt für Spezialitäten wie den Zaunerstollen oder die Ischler Törtchen. In den prunkvollen Räumlichkeiten genossen wir unsere Kaffeejause, bevor wir uns auf den Weg zum kulturellen Höhepunkt machten.
Während ein Teil der Gruppe gemütlich durch das Zentrum bummelte, zog es eine kleine Gruppe auf den Hausberg, die Katrin. Mit der Seilbahn schwebten wir in etwa 15 Minuten auf 1.400 Meter Höhe. Normalerweise genießt man von dort oben einen atemberaubenden Panoramablick über das Salzkammergut bis hin zum Hallstättersee. Doch an diesem Donnerstag trübte dichter Saharastaub die Fernsicht merklich; der majestätische Dachstein-Gletscher war nur schemenhaft in einem gelblich-diesigen Licht auszumachen. Interessanterweise war die Luft und die Temperatur unten an der Sophiens Esplanade, direkt am Ufer der kristallklaren Traun, weitaus angenehmer als in der staubigen Höhe am Berg.
Um 15:30 Uhr hieß es „Vorhang auf“ im Kongress & TheaterHaus für Emmerich Kálmáns Meisterwerk „Gräfin Mariza“. Musikalisch bot die Aufführung unter der Leitung von Marius Burkert Höhepunkte auf höchstem Niveau, und die eingängigen Melodien wie „Komm mit nach Varaždin“ begeisterten viele von uns. Doch es gab auch kritische Stimmen: Die moderne Inszenierung von Angela Schweiger, die das Stück in die Gegenwart versetzte, empfanden einige als etwas zu „hausbacken“. Besonders das Ende der Operette stieß nicht auf ungeteilte Zustimmung; die übertriebene Darstellung der Tante und des Dieners am Schluss störte für manche den zuvor mühsam aufgebauten Spannungsbogen zwischen den Liebespaaren. Zudem war die Belastung durch das fast dreistündige Sitzen für einige der Teilnehmer spürbar anstrengend.
Dennoch verließen wir die Vorstellung gegen 18:30 Uhr mit vielen schönen Melodien im Kopf. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto vor dem prächtigen Theatergebäude bestiegen wir den Bus für die Heimreise nach Doppl. Ein herzliches Dankeschön gilt unserer Reiseleitung Hilde und Franz für die perfekte Organisation sowie unserer Busfahrerin Steffi, die uns sicher durch die schöne Landschaft des Salzkammerguts und wieder nach Hause brachte.

































