Und so starteten wir auch diesmal gut gelaunt zu unserem Tagesausflug. Unser Busfahrer Erwin brachte uns gewohnt sicher ans Ziel, während unsere Reiseleiter Hilde und Franz dafür sorgten, dass alles bestens organisiert war.
Erste Station: Der Ranwallnerhof und die „Zitrone des Nordens“
Unser erster Programmpunkt führte uns zum Ranwallnerhof der Familie Neudecker in Hehenberg bei Bad Hall. Seit 2017 beschäftigt sich der innovative Familienbetrieb mit dem Anbau von Bio-Sanddorn – einem in Oberösterreich eher seltenen und besonderen Nischenprodukt.
Bei einer interessanten Führung erfuhren wir viel über die leuchtend orange Beere und darüber, dass ihr Anbau durchaus seine Tücken hat. Sanddorn braucht tiefgründige, gut durchlüftete Böden und vor allem eines: sehr viel Licht.
Da es in Österreich kaum Erfahrungen mit einem professionellen Sanddornanbau gab, mussten sich die Betriebsinhaber vieles selbst erarbeiten. Vieles entstand nach dem Motto „Learning by Doing“ – ausprobieren, Erfahrungen sammeln und aus Rückschlägen lernen.
Besonders spannend ist die Ernte. Der Sanddornstrauch macht seinem Namen alle Ehre und ist mit seinen Dornen nicht gerade ein pflegeleichter Geselle. Die Früchte werden deshalb durch einen sogenannten Zweigschnitt geerntet. Das ist arbeitsintensiv und hat zur Folge, dass eine Pflanze nur etwa alle drei Jahre beerntet werden kann.
Aus der „Zitrone des Nordens“ entstehen am Ranwallnerhof zahlreiche Produkte: Säfte, Nektar, Sirup, Fruchtaufstriche, Schokolade und sogar Edelbrände. Auch über die wertvollen Inhaltsstoffe des Sanddorns konnten wir einiges erfahren. Besonders bekannt ist die Frucht für ihren hohen Vitamin-C-Gehalt.
Natürlich durfte bei so einer Führung auch die Praxis nicht fehlen: Verkosten war angesagt! Und spätestens beim anschließenden Besuch im Hofladen zeigte sich, dass die Begeisterung für Sanddorn nicht nur theoretischer Natur war. So mancher Vorrat für zu Hause wurde sicherheitshalber gleich aufgefüllt.
Zweite Station: Puglalm am Hengstpass
Gegen 11:30 Uhr ging es mit Erwin weiter zur Puglalm am Hengstpass. Die urige Hütte der Familie Schmier liegt idyllisch am Naturerlebnisweg „Von Alm zu Alm“ und wäre eigentlich der ideale Ausgangspunkt für einen gemütlichen Spaziergang gewesen.
Doch zunächst galt unsere Aufmerksamkeit dem Mittagessen. Hüttenwirtin Sigrid hatte für unsere Gruppe etwas Besonderes vorbereitet: ein „Bradl mit Knödel und Kraut“.
Normalerweise ist die Puglalm vor allem für hausgemachten Speck, Topfen und süße Köstlichkeiten wie Beerenstrudel bekannt. Diesmal durften wir uns aber über ein kräftiges Mittagessen freuen.
Das Bradl war ausgesprochen herzhaft gewürzt – manche von uns waren sogar der Meinung, dass damit der persönliche Tagesbedarf an Salz und Mineralstoffen bereits mit dem ersten Bissen gedeckt war. Aber schließlich gehört auch das zum Bergerlebnis: Ein Essen mit Charakter bleibt in Erinnerung!
Satt und zufrieden hätten wir anschließend eigentlich noch die Alm erkunden können. Doch das Wetter hatte andere Pläne. Ein längerer Rundgang wäre bei den Bedingungen nicht besonders gemütlich gewesen, und so beschlossen wir, den Nachmittag lieber im Tal zu verbringen.
Um etwa 14:30 Uhr hieß es daher: Einsteigen und weiter nach Kirchdorf!
Dritte Station: Kaffee, Torte und die Schlacht an der Kuchentheke
In Kirchdorf angekommen, stand uns zunächst freie Zeit zur Verfügung. Aber seien wir ehrlich: Für viele von uns war die nächste Station ohnehin schon ziemlich klar.
Wo gibt es Kaffee und Kuchen?
Natürlich bei der Konditorei Sturmberger in der Fußgängerzone!
Der traditionsreiche Familienbetrieb wird bereits in dritter Generation von Konditormeisterin Andrea Sturmberger geführt und ist für seine täglich frisch zubereiteten Torten und Mehlspeisen bekannt.
Und offenbar hatte sich herumgesprochen, dass die Ortsgruppe Doppl-Hart gerade in Kirchdorf eingetroffen war. Denn in der Konditorei herrschte reger Betrieb. Die Tortenfront war zeitweise ziemlich gefordert, und auch beim Bestellen, Bezahlen und auf dem Weg zum stillen Örtchen bildeten sich kleine, aber durchaus gesellige Warteschlangen.
Doch was soll’s? Ein guter Kuchen braucht schließlich seine Zeit – und eine Pensionistengruppe hat gelernt, geduldig zu sein.
Am Ende wurden wir mit köstlichen Mehlspeisen und Kaffee belohnt. Besonders der kunstvoll zubereitete „Eiscafé“ der Baristi sorgte für Bewunderung. Und spätestens mit dem Tortenstück vor sich war die eine oder andere Wartezeit ohnehin schnell vergessen.
Heimreise mit vielen schönen Eindrücken
Um 16:30 Uhr traten wir schließlich die Heimreise an. Hinter uns lag ein abwechslungsreicher Tag mit interessanten Einblicken in die Landwirtschaft, einem gemütlichen Mittagessen auf der Alm und einem süßen Abschluss in Kirchdorf.
Vor allem aber war es wieder einmal ein Tag, an dem die Gemeinschaft im Mittelpunkt stand: gemeinsam unterwegs sein, miteinander lachen, Neues erfahren, gut essen und einfach eine schöne Zeit miteinander verbringen.
Ein herzliches Dankeschön gilt unseren Reiseleitern Hilde und Franz für die hervorragende Organisation und die gute Vorbereitung des Ausflugs. Ebenso ein großes Dankeschön an unseren Busfahrer Erwin, der uns sicher und souverän durch den Tag und wieder zurück nach Doppl brachte.
So bleibt uns ein rundum gelungener Ausflug in Erinnerung – mit Sanddorn im Gepäck, einem herzhaften Bradl im Bauch und Torte zum Abschluss.
Und eines ist sicher: Bei der nächsten Fahrt sind wir wieder dabei!
































































