Aus Geschichte wird Geschichtsbild
Im Rahmen der Kunst- und Kulturschiene des Pensionistenverbandes Ottensheim besuchten wir die Ausstellung „Bauernkrieg 1626 – Zwischen Geschichte und Fiktion“ im Schlossmuseum Linz. Besonders erfreulich war, dass wir die Ausstellung bei einer persönlichen Führung durch den Kurator Konstantin Ferihumer kennenlernen konnten.
Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Ursachen und dem Verlauf des Bauernaufstands im „Land ob der Enns“ – von den anfänglichen Erfolgen der Aufständischen im Mai 1626 über die gescheiterte Belagerung des Linzer Schlosses bis zu den schweren Niederlagen im November.
Spannend ist aber vor allem der zweite Blick auf die Geschichte: Was wissen wir tatsächlich über die Ereignisse von damals – und was wurde erst später daraus gemacht? Über 400 Jahre hinweg wurde der Bauernkrieg immer wieder neu interpretiert und im 20. Jahrhundert auch politisch instrumentalisiert.
Anhand von Bildern, Objekten und historischen Quellen zeigt die Ausstellung, dass manches, was heute als gesicherte Erinnerung gilt, einer genaueren Betrachtung nicht standhält. Geschichte ist eben nicht nur das, was damals passiert ist, sondern auch das, was spätere Generationen daraus gemacht und wie sie es weitererzählt haben.
Die Führung durch Kurator Konstantin Ferihumer machte diese Zusammenhänge besonders anschaulich und gab unserer Gruppe interessante Einblicke in die Entstehung der Ausstellung.
Ein informativer und anregender Besuch, der uns den Bauernkrieg von 1626 nicht nur näherbrachte, sondern auch dazu einlud, über den Umgang mit Geschichte und Erinnerung nachzudenken.









