1577 wurde das Haus erbaut, in dem das Schulmuseum sich befindet, als „Haus der Erziehung“ oder als „Haus der Disziplin“ und nur für Knaben. Am 6. Dez. 1774 führte dann Kaiserin Maria Theresia die allgemeine Schulpflicht für Buben und Mädchen ein. Aber so reibungslos funktionierte das dann auch nicht, war doch ein Großteil Bauernkinder und viele mussten somit bei der Arbeit am Hof helfen, anstatt zur Schule zu gehen. Dafür gab es für die Eltern dann 1 Gulden oder 1 Tag Kerker als Strafe. Natürlich wählten diejenigen den Kerker und den Sonntag, da wurde ja eh nicht gearbeitet. 1896/97 besuchten 243 Kinder in 2 Klassen diese Schule. Und wer die „Brezelhaltung“ in der Sitzbank nicht befolgte, wurde auch vom Lehrer dafür bestraft. Die Aufbewahrung der Jause in Körben, hochgezogen an die Decke, damit die Ratten sie nicht fressen oder das Stroh im Plumpsklo, für unsere Kinder wohl unvorstellbar.
Das Schulgebäude wurde zu klein, und beherbergte dann ab 1851 bis 1912 das Bezirksgericht.
Da das Gebäude aus 1577 stammt, wurde es schlussendlich von einem neu gegründeten Verein, der das Schulmuseum ins Leben rief, vor dem Abriss gerettet. Die Eröffnung des Museums fand am 1. Okt. 1988 statt. Das OÖ Schulmuseum hat das „Österreichische Museumsgütesiegel“, und darauf ist man besonders stolz, gehört es doch in die gleiche Kategorie wie z.B. das Naturhistorische Museum in Wien. Und auf so manches Highlight verweist man gerne, zB. auf das „Buch der Ehre“, in dem gute Schüler und auch Lehrer, u.a. Hans Schnopfhagen, der ab 1867 Lehrer in Bad Leonfelden war, drinnen stehen. Oder auf die ABC-Täfelchen, die oft an große Museen verliehen werden, da es diese sonst nirgends mehr gibt.
Die Führung war sowohl sehr informativ als auch mit vielen lustigen Highlights versehen. Und über die Herkunft mancher Sprichwörter waren wir erstaunt. Ein Besuch mit Führung ist einfach nur empfehlenswert.
Den gemeinsamen gemütlichen Abschluss machten wir in „Helga’s Jausenstüberl“ mit einer sehr guten Jause.
