Ein interessanter Tagesausflug am 21.04.2026 führte uns zum Europa-Kloster Gut Aich in St. Gilgen. Unser Diakon Bernhard Pfusterer als wirtschaftlicher Leiter des Klosters gestaltete die Führung sehr informativ und humorvoll.
Nach der Wende 1989 suchten Pater Dr. Johannes Pausch und Bruder Thomas Hessler in der ehemaligen DDR einen Standort für ein Kloster. Es fand sich aber nichts passendes, sodass die beiden schließlich 1993 in St. Gilgen landeten. Dort betrieben Franziskanerinnen im Ortsteil Winkl ein Kinderheim. Die Ordensschwestern verkauften das Gebäude um den Preis von einem Schilling. Damit war der Grundstein zum Aufbau gelegt, bis schließlich 2004 die offizielle Klostergründung erfolgte.
Derzeit leben hier 9 Mönche und Brüder nach den Regeln des hl. Benedikt, welche auf den 3 Grundrhytmen Atem, Herz und Schlaf aufbauen. Ein geregelter Tagesablauf nach dem Motto „ora et labora et lege“ (Bete, arbeite und lese) wird auch öfter von Gästen gesucht, um z.B. ein burn-out zu überwinden. Der älteste Mönch ist Bruder David Steindl-Rast. Er feiert heuer den 100. Geburtstag, hat viele Bücher geschrieben, ist weltweit geachtet und schreibt gerade an seinem nächsten Buch.
Ein besonderer Ort ist die Klosterkirche mit verschiedenen symbolhaften Kunstgegenständen, welche sich an der Offenbarung des Johannes orientieren.
Die umfangreiche Produktion von Naturheilmitteln, Kräutergärten, Seminare, Physio- und Psychotherapien im Hildegardzentrum und eine Goldschmiedewerkstätte bilden die wirtschaftliche Grundlage des Klosters und bieten 25 bis 30 Arbeitsplätze.
Nachmittags stand der Besuch der Lehar-Villa in Bad Ischl auf dem Programm.
Frau Dr. Herta Neiß und ein Kollege führten uns durch die Räume, in denen der berühmte Operettenkomponist Franz Lehar ab 1912 bis zu seinem Tode 1948 seine Sommer verbrachte. Hier entstanden weltbekannte Melodien. Lehar vererbte die Villa der Stadt Bad Ischl mit der Auflage, diese im Originalzustand zu erhalten. Die Villa zeigt sich nach einer umfangreichen und sehr aufwändigen Renovierung genauso, wie sie Franz Lehar als Sammler von Kunstgegenständen einst einrichtete und bewohnte.
