In Wien ist sogar rund jede zweite betroffene Person in der eigenen Wohnung von extremer Hitze betroffen!

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Gebot der Stunde: Gesundheitsschutz und soziale Sicherheit
Vergangenen Sommer haben wir erfahren, dass extreme Hitze keine Ausnahme mehr ist. Besonders ältere Menschen sind gefährdet – nicht nur im Freien, sondern auch in den eigenen vier Wänden. Eine aktuelle Untersuchung, an der sich der Pensionistenverband beteiligt hat, zeigt: Bereits jede dritte Wohnung von Menschen über 60 Jahren wird im Sommer als heiß bis unerträglich heiß empfunden.
Gesundheit braucht soziale Sicherheit
Wir brauchen mehr kühle öffentliche Räume, Trinkwasserstellen, Schattenplätze und vor allem klimafitte Wohnungen. Gesundheit darf nicht vom Einkommen oder von der Wohnsituation abhängen. Gesundheit und soziale Sicherheit gehören untrennbar zusammen. Das zeigt sich auch bei den verschärften Regeln für Krankentransporte. Wenn ältere Menschen notwendige Arztbesuche oder Therapien nicht mehr wahrnehmen können, weil ein Krankentaxi nicht mehr übernommen wird, wird medizinische Versorgung zur Frage der Geldbörse.
Pensionistinnen und Pensionisten haben ihr Leben lang Beiträge geleistet. Sie dürfen nicht zum Sparposten des Gesundheitssystems werden. Ein solidarischer Sozialstaat muss sicherstellen, dass medizinische Versorgung für alle erreichbar bleibt – unabhängig von Wohnort und Einkommen.

Frauen verdienen faire Chancen
Der Equal Pension Day, der auf die nach wie vor bestehende Pensionslücke zwischen Männern und Frauen aufmerksam macht, fiel in Österreich heuer auf den 9. August, in Wien ist es der 21. September. Die Pensionslücke liegt in Österreich bei rund 40 Prozent. Dahinter stehen jahrzehntelange Unterschiede bei Einkommen, Erwerbsverläufen und unbezahlter Sorgearbeit.
Wer Frauen länger im Erwerbsleben halten will, muss auch dafür sorgen, dass ältere Arbeitnehmerinnen tatsächlich faire Chancen auf Beschäftigung haben. Gerade angesichts des steigenden Pensionsantrittsalters darf längeres Arbeiten nicht zu längerer Arbeitslosigkeit führen. Auch die Forderung nach 45 Versicherungsjahren als Voraussetzung für einen Pensionsantritt mit 65 geht an der Lebensrealität vieler Menschen vorbei. Ausbildung, Arbeitslosigkeit und unterbrochene Erwerbsbiografien gehören zum Leben. Wer längere Erwerbszeiten fordert, muss daher zuerst beantworten: Wo sind die Arbeitsplätze für ältere Menschen?

PVÖ-Wien | Harry Kopietz