„Natürlich begrüßen wir jede konkrete Initiative, die älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben zuhause erleichtert. Aber die grundsätzliche Stoßrichtung geht aus unserer Sicht in die falsche Richtung“, erklärt Norbert Höpoltseder, Landespräsident des Pensionistenverbandes Oberösterreich.
Es könne nicht funktionieren, immer mehr Pflege- und Betreuungsaufgaben in den häuslichen Bereich und auf Freiwillige abzuschieben. „Am Ende trifft das wieder vor allem Frauen und pflegende Angehörige, die ohnehin schon enorme Leistungen erbringen“, so Höpoltseder.
Keine neuen Ansätze bei betreuten Wohnformen und mobilen Diensten
„Wir vermissen außerdem neue Ansätze bei betreuten Wohnformen und spürbare Verbesserungen bei den mobilen Diensten“, betont Höpoltseder. „Wenn die Zahl der zu betreuenden Menschen bis 2040 um mehr als ein Drittel zunimmt, dann braucht es breitere und nachhaltigere Antworten. Mit freiwilligem Engagement allein wird diese Herausforderung nicht zu bewältigen sein.“
Besonders alarmierend sei, dass der notwendige Ausbau von Alten- und Pflegeheimen offenbar kaum mehr vorgesehen sei. „Gerade Pflegeeinrichtungen brauchen langfristige Planung und Vorlaufzeiten von drei bis fünf Jahren. Sich jetzt fast ausschließlich auf eine einzige Schiene zu verlassen, ist eine äußerst kurzfristige Sichtweise.“
Kritisch sieht der Pensionistenverband zudem mögliche weitere Kürzungen der Mittel durch das Land Oberösterreich. „Gerade angesichts der demografischen Entwicklung braucht es mehr Unterstützung und Investitionen in die Pflege – nicht weniger“, betont Höpoltseder abschließend.
