Als Interessenvertretung der älteren Generation sind wir täglich mit Beschwerden über lange Verfahrensdauern konfrontiert. „Je älter Menschen werden, desto rascher verändert sich auch ihr Gesundheitszustand. Bis über Anträge auf Pflegegeld entschieden wird, hat sich die Pflegebedürftigkeit oft bereits weiter erhöht – und damit auch der Anspruch auf eine höhere Einstufung. Das ist nicht akzeptabel!“, so Norbert Höpoltseder, Präsident des Pensionistenverbands Oberösterreich.
Laut einer Studie der Arbeiterkammer dauern 65 % der Pflegegeldverfahren länger als zwei Monate. Bei 12 % beträgt die Bearbeitungsdauer sogar sechs Monate oder mehr.
Rasche Pflegegeld-Anerkennung essenziell
Eine rasche Anerkennung des Pflegegeldantrags ist für ältere Menschen und ihre Familien von entscheidender Bedeutung. Denn Pflegegeld ist keine gewöhnliche Sozialleistung, sondern dient der unmittelbaren Existenzsicherung bei der Pflege zu Hause.
In der Regel wird Pflegegeld erst ab dem Monat der Antragstellung ausbezahlt. Jede Verzögerung bei Einreichung oder Bearbeitung zwingt Betroffene dazu, Pflegekosten vorzufinanzieren. Gerade für Menschen mit niedrigen Pensionen stellt dies eine enorme Belastung dar.
Viele sind auf das Pflegegeld angewiesen, um professionelle Unterstützung – etwa mobile Dienste – oder notwendige Hilfsmittel zeitnah finanzieren zu können. Ohne diese Mittel verzögert sich häufig der Beginn erforderlicher Betreuungsmaßnahmen, was zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands führen kann.
Ruf nach unabhängiger Begutachtungsstelle
Zudem ist die Anerkennung des Pflegegeldes oft Voraussetzung für weitere Unterstützungsleistungen für pflegende Angehörige. Lange Verfahrensdauern erhöhen daher den psychischen und finanziellen Druck auf die Familien erheblich.
„Die Einrichtung einer unabhängigen, zentralen Begutachtungsstelle mit ausreichender personeller Ausstattung wäre ein wichtiger Schritt und sollte rasch umgesetzt werden“, fordert Norbert Höpoltseder, Präsident des
