Anton Prager (Sozialreferent PVÖ Wien)
Interessensvertretung
Pensionen

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Pensionskonto - automatische Berechnung

Seit 2014 werden die Pensionen für alle ab 01. Jänner 1955 Geborenen mit dem Pensionskonto automatisch berechnet. - Drei Fragen dazu an den PVÖ-Sozialexperten Toni Prager.

Wie bekannt ist das Pensionskonto und dessen Berechnung?

Das Pensionskonto gibt es seit 2005 für alle Versicherten, die ab 1.1.1955 geboren sind. Das Allgemeine Pensionsgesetz ist der Versuch, für alle Versicherten, also Arbeitnehmer*innen, Selbstständige, Bäuerinnen und Bauern, die Grundlage für die Pension zu vereinheitlichen. Neben Versicherungszeiten gab es früher auch Ersatzzeiten. Jetzt gibt es nur mehr - allerdings unterschiedlich bewertete - Versicherungszeiten.

Die Berechnung der Pension stützt sich auf zwei Säulen, nämlich die erworbenen Versicherungsmonate und die Höhe der Beiträge. Die meisten Leute, wenn sie arbeiten, denken leider nicht daran. Oft ist der typische Satz zu hören: "Ich zahl´ eh die Krankenkassa und die wird vom Gehalt abgezogen."

Es ist aber so, dass man für die den Pensionsanspruch mindestens 15 Jahre Versicherungszeiten braucht. Für das Pensionskonto interessieren sich wenig Leute. Man kann sich den Versicherungsverlauf ausdrucken oder von der Pensionsversicherung zuschicken lassen.

Wie erfolgt die Berechnung im Pensionskonto?

Die Pensionen werden anhand der eingezahlten Beiträge berechnet. Das Pensionskonto wird dotiert mit einer jährlichen Gutschrift von 1, 78% der ermittelten Beitragsgrundlage des Jahres und wird mit einem Timelag von zwei Jahren aufgewertet.  Dieses System führt dazu, dass die Pensionen im Durchschnitt niedriger geworden sind, weil im Gegensatz zu früher das gesamte Arbeitsleben durchgerechnet wird und nicht nur bestimmte Zeiten.

Was ist das Neue an dem Pensionskonto?

Speziell die Durchrechnung. Bis vor 10 Jahren gab es parallele Jahresrechnung für Jene, die Zeiten vor 2005 erworben hatten. Heute kann niemand mehr mit Altrechtteilen in Pension gehen. Die Aufwendungen für Pensionen orientieren sich an der Wirtschaftskraft und die ist auf Sicht gegeben. Gemessen an der gesamtwirtschaftlichen Leistung Österreichs ist die Ausfallshaftung, also das, was der Staat zu den Pensionen dazu für die unselbstständig Beschäftigten zahlt, rund 4%. Das Problem ist, dass die Unselbstständigen die große Masse sind, daher schaut das nach furchtbar viel aus.